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Vor 50 Jahren - Februar 1962

Rückblick auf eine der schwersten Sturmfluten für Hamburg und die Nordseeküste

Nachgerechnete Vorhersagekarte der Windgeschwindigkeit, für den 16.02.1962  - 18 UTC
Nachgerechnete Vorhersagekarte der Windgeschwindigkeit, für den 16.02.1962  - 18 UTC
Offenbach, 10. Februar 2012 – Naturkatastrophen, die große Schäden verursachen und viele Menschenleben fordern, treten meist in weit entfernten Gebieten der Erde auf und berühren selten Deutschland. Im Februar 1962 war das anders. Das Orkantief „Vincinette“, dessen Sturmfeld in den späten Abendstunden des 16. Februars 1962 in der Deutschen Bucht und kurz nach Mitternacht in Hamburg seinen Höhepunkt erreichte, führte an der Nordseeküste und in der Elbe zu einer sehr schweren, folgenreichen Sturmflut. Deiche brachen, viele Stadtteile Hamburgs standen unter Wasser und mehr als 300 Menschen kamen ums Leben. Ganz Deutschland nahm damals großen Anteil am Leid der Menschen, die von den Überflutungen betroffen waren.

Weitere Informationen: www.dwd.de/presse


Das aktuelle Wetter in Deutschland

Aktuelle Wetter- und Warnlage


Vom Küstengebiet im Tagesverlauf bis zum Nordrand der Mittelgebirge südwärts gebietsweise etwas Schnee, an der Küste auch gefrierender Regen.Nachts und auch am Montag weitere leichte Schneefälle, im Nordwesten am Nachmittag auch gefrierender Regen.

Der Hochdruckeinfluss schwächt sich ab. Daher können von Nordwesten Tiefausläufer auf Deutschland übergreifen. Sie leiten einen nasskalten und unbeständigen Witterungsabschnitt ein.STRENGER FROST: In der Südosthälfte tagsüber örtlich, nachts verbreitet strenger Frost unter -10 Grad.SCHNEE/GLÄTTE: Zunächst im Norden etwas Schnee, vereinzelt auch gefrierender Regen. Nachts in der Mitte etwas Schnee. Am Montag zunächst in der Mitte und im Süden leichter Schneefall, später auch im Nordwesten, dort dann auch gefrierender Regen. Im Nordwesten morgen früh auch Nebel mit örtlicher Glatteisbildung.Wind: An der See vereinzelt starke Windböen zu erwarten.

Letzte Aktualisierung: 12.02.2012, 19.23 Uhr

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Thema des Tages

Kommt "Blitzeis"?

Klare Antwort: Jein
Warum das?
Es gibt keine meteorologische Definition von "Blitzeis".

Wenn man das Wort Blitz nicht allzu eng betrachtet, kann man aus
meteorologischer- und auch streutechnischer Sicht zwei Sorten
Blitzeis unterscheiden.

Betrachten wir zunächst mal die Regenentstehung.
In unseren Breiten ist Regen normalerweise geschmolzener Schnee,
wobei die Höhe, in der der Schnee schmilzt, logischerweise von den
Temperaturen abhängt. Im Sommer liegt die Nullgradgrenze immer so
hoch, dass es in den Niederungen nur regnet, im Winter fällt der
Niederschlag mal als Regen, mal als Schnee.

Für das Blitzeis erster Art braucht man eine normale atmosphärische
Temperaturschichtung, bei der es nach unten hin immer wärmer wird.
Der Schnee schmilzt während des Fallens und wird zu Regen. Die Straße
aber hat Temperaturen von unter null Grad. (Derzeit im Norden um -4
Grad, sonst unter -10 Grad) Dadurch gefriert der Regen am Boden. Je
kälter der Boden und umso kleiner die Tropfen, umso schneller friert
der Regen und so kann es bereits nach Minuten spiegelglatt werden.
Dem kann man mit Streusalz, das bei Belagstemperaturen bis -20 Grad
wirkt, vorbeugen.

Nun zum Blitzeis zweiter Art.
Dabei nimmt die Temperatur nach unten hin nur bis zu einer bestimmten
Höhe von beispielsweise 1 km zu, um dann wieder auf Werte unter null
Grad abzusinken.
Wenn bis zum Erreichen der bodennah kalten Schicht der Schnee bereits
geschmolzen ist, kühlt sich der Regen auf Werte unter(!) null Grad ab

und geht beim Auftreffen schlagartig in Eis über, also wirklich
blitzartig.
Da hilft dann auch zunächst kein Streusalz mehr und dann sind
zwingend Unwetterwarnungen fällig.
Das Blitzeis zweiter Art tritt typischerweise dann auf, wenn in der
Höhe Warmluft vom Mittelmeer kommt und der Regen längere Zeit in die
bodennah eiskalte Kontinentalluft fällt.
Die derzeitige Nordostwetterlage wird von einer Nordwestlage
abgelöst. Bei Nordwestlagen wird die kalte Bodenschicht schnell durch
eine normale Temperaturschichtung ersetzt.
Daher kann man davon ausgehen, dass es beim Übergang von Schnee zu
Regen nur zum Blitzeis erster Art kommt. Und dem kann durch
rechtzeitiges Streuen der Zahn gezogen werden.
Außerdem fällt der Regen oftmals in eine Schneedecke und da ist man
sowieso immer auf Glätte vorbereitet.

Kommen wir nun zur Ausgangsfrage zurück.
Blitzeis (erster Art) kann bei dem Übergang zur Nordwestwetterlage in
den Niederungen örtlich auftreten. Ein Verkehrschaos ist aber nicht
zu erwarten.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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