Aktuelle Wetter- und Warnlage
Im Norden und in der Mitte Deutschlands etwas Regen.
Heute vor allem in Küstennähe sowie in höheren Lagen
auffrischender südwestlicher Wind, in exponierten Lagen
STÜRMISCHE BÖEN möglich.
Letzte Aktualisierung: 19.03.2010, 10:33 Uhr
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Frühling im Kalender
Am Samstag, dem 20. März 2010, um 18:32 Uhr Mitteleuropäischer
Zeit (MEZ), überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn
durch den Tierkreis (Ekliptik) den Himmelsäquator in nördlicher
Richtung. Auf der Nordhalbkugel markiert dies den
Astronomischen oder Kalendarischen Frühlingsbeginn, auf der
Südhemisphäre beginnt der Herbst.
Die Sonne kulminiert erstmals in diesem Jahr über dem Äquator
im Zenit. Sie steht im Frühlingspunkt, auch Widderpunkt
genannt, der sich heutzutage im Sternbild der Fische (Pisces)
befindet. Das war nicht immer so, denn bei ihrer Festlegung vor
ca. 2000 Jahren stimmten die Abschnitte des Tierkreises (sog.
Tierkreiszeichen) noch mit den entsprechenden Sternbildern
überein. Ursache für die Wanderung des Frühlingspunktes ins
Sternbild der Fische ist die Präzession der Erde, eine durch
äußere Kräfte hervorgerufene Lageveränderung ihrer
Rotationsachse. Sie bewirkt ein Zurückweichen des
Frühlingspunktes um ca. 50 Winkelsekunden pro Jahr, was seitdem
eine Verschiebung von etwa 28 Winkelgraden ausmacht.
Am Frühlingsanfang geht die Sonne näherungsweise überall auf
der Erde im Osten um 06:00 Uhr wahrer Ortszeit auf und im
Westen um 18:00 Uhr unter. Näherungsweise, denn verschiedene
Tatsachen der Himmelsmechanik bewirken ein Abweichen von
geometrischen Idealformen. Des Weiteren wird zur Definition des
Frühlingsbeginns (Schnittpunkt zwischen Ekliptik und
Himmelsäquator) der Mittelpunkt der Sonnenscheibe verwendet,
beim Sonnenauf- und Untergang über dem Horizont aber zählt die
Sonnenoberkante. Somit ist der lichte Tag am kommenden Samstag
schon etwas länger als die Nacht. Die Brechung des
Sonnenlichtes an den unteren Atmosphärenschichten, die eine
scheinbare Anhebung der Sonnenscheibe bewirkt, verstärkt diesen
Effekt noch. Wahrscheinlich fand die eigentliche
Tagundnachtgleiche (lat. Äquinoktium) in diesem Jahr bereits am
17. oder 18. März statt.
Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
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