Aktuelle Wetter- und Warnlage
Weiterhin winterlich - im Süden Schneefall oder gefrierender
Sprühregen, sonst verbreitet frostig aber trocken.
Vorübergehend kann sich Hochdruckeinfluss durchsetzen. Am
Mittwoch greifen von Norden die Ausläufer eines Sturmtiefs über
dem südlichen Skandinavien auf Deutschland über.
Letzte Aktualisierung: 26.01.2010, 09:34 Uhr
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Schnee ist gleich Schnee
oder??
Die Frage ist nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick
scheint!
Natürlich kennen wir alle die unterschiedlichen Schneearten wie
Pulver-, Nass-, Altschnee usw. Unter dem Mikroskop könnte man
die unterschiedlichen Strukturen der Schneekristalle erkennen.
Ist die Luft sehr kalt, bilden sich bevorzugt Plättchen und
Prismen, während bei nur leichten Minusgraden meist Sterne
entstehen. Bei Temperaturen um Null Grad sind die Flocken gern
besonders groß, weil sich dann durch kleine Wassertröpfchen
mehrere Sterne aneinander binden. Wir wissen natürlich auch aus
diversen Schneeballschlachten, dass trockener Pulverschnee eine
relativ geringe Dichte hat, er "backt schlecht". Feuchter
Altschnee hingegen hat eine 10mal höhere Dichte, nämlich 300
bis 500 kg pro m³. Kein Wunder also, dass bei extremen
Bedingungen ganze Hausdächer einstürzen können!
Wenn der Schnee erst einmal am Boden liegt, verändern sich die
Kristalle, die Verästelungen nehmen ab, der Schnee wird dichter
und schwerer, denn die Lücken füllen sich mit Wasser.
Nun wird ja schon seit vielen Jahren bei diversen
Veranstaltungen Kunstschnee eingesetzt. Die einfachste Variante
bilden die Eiskanonen. Sie zerstoßen gefrorenes Wasser und
bringen es mit Druckluft auf bestimmte Flächen, z.B. Eisflächen
in Innenstädten. Hierbei handelt es sich lediglich um
Eissplitter und nicht um Schnee.
Skilaufen ist auf derartigen Flächen nicht gut möglich.
Was fehlt, sind nämlich die kristallinen Strukturen. Zur ihrer
Ausprägung werden Keime - feste Partikel, zu denen auch
Staubpartikel zählen - benötigt. Sie sind natürlicherweise in
den Schneewolken vorhanden. Diese Partikel sind auch für die
Form der Kristalle verantwortlich. Die natürlichen Partikel
lassen hauptsächlich hexagonale Strukturen (z.B. Schneesterne)
entstehen. Bei Kunstschnee werden der Wasser- Druckluft-
Mischung, die die Schneekanonen in die Luft pusten, Keime
zugesetzt, die runde Eisformen entstehen lassen. Diese liefern
natürlich für das Skivergnügen die richtige Struktur.
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst