Aktuelle Wetter- und Warnlage
Vom Norden und Nordosten sich bis zur Mitte, später auch in den Süden Deutschlands ausbreitender Dauerregen, teils ergiebig (Unwetter). Mitunter auffrischender Wind. Verbreitet kühl.
Ein Tiefdruckgebiet zieht im Laufe des Wochenendes vom Baltikum in den Osten Deutschlands. Sein Regengebiet erfasst von Nordosten her weite Teile Deutschlands. Dabei bleibt kühle Meeresluft wetterbestimmend. DAUERREGEN: Der von Nordosten aufkommende Regen weitet sich in der Nacht und am Sonntag weiter Richtung Süden aus. Dabei fallen zunächst im Norden und Osten, ab der kommenden Nacht auch in der Mitte und im Süden bis Montagmittag gebietsweise zwischen 20 und 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Vor allem in den Nord- und Weststaulagen der Mittelgebirge können mehr als 60 Liter pro Quadratmeter fallen (UNWETTER). Entsprechende Unwetterwarnungen wurden bereits ausgegeben. WIND: In der Nacht zum Sonntag und tagsüber frischt der westliche bis nördliche Wind mitunter böig auf. Besonders im Westen und Süden sind steife bis stürmische Böen (7 bis 8 Bft), in höheren Lagen auch Sturmböen oder schwere Sturmböen (9 bis 10 Bft), auf den Alpengipfeln orkanartige Böen (11 Bft) möglich. GEWITTER: Anfangs sind im Südwesten noch einzelne Gewitter möglich.
Aktuelle Informationen zur Unwetterlage und zu den herausgegebenen Unwetterwarnungen präsentiert Diplom-Meteorologin Johanna Anger in einem Video aus dem DWD TV-Studio (Stand: Samstag 25.5.2013, 15 Uhr): Unwettervideo auf YouTube
Letzte Aktualisierung: 26.05.2013, 04.11 Uhr
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Viel Regen am Wochenende
Schon seit einiger Zeit liegen weite Teile Europas im Einflussbereich
eines umfangreichen Tiefdruckkomplexes. Das schlägt sich schon
deutlich in der Regenbilanz dieses Monats nieder. An einigen
Stationen des Deutschen Wetterdienstes wurde bereits die doppelte
Menge des im Mai normal üblichen Niederschlages beobachtet. Dass es
auch noch recht kalt ist, verdanken wir der Mitwirkung eines stabilen
Hochdruckgebietes über dem Ostatlantik. Zwischen diesen beiden
Druckgebilden herrscht eine kräftige nördliche Strömung vor, mit der
Luft polaren Ursprungs zu uns geführt wird. Deutschland liegt dabei
so ziemlich im Bereich der kältesten Luft, weshalb die
Höchsttemperaturen in Deutschland von heute mit 9 bis 13 Grad mit zu
den momentan niedrigsten in ganz Europa gehören; zum Vergleich: im
vergangenen Jahr lagen am gleichen Kalendertag die Höchstwerte
verbreitet über 20 Grad.
Deutlich wärmere Luft mit Höchstwerten zwischen 20 und 30 Grad ist
dagegen derzeit im Osten Europas anzutreffen, denn diese Region liegt
auf der Ostflanke des Tiefkomplexes und somit in einer südlichen
Strömung, mit der warme Luft aus den Subtropen herangeführt wird.
Derzeit zieht ein Tiefdruckgebiet vom Schwarzen Meer Richtung Polen
und wird am Sonntag voraussichtlich mit seinem Zentrum über dem
Nordosten Deutschlands liegen. Auf seinem Weg dorthin wird dieses
Tief die über dem Osten Europas liegende Warmluft ansaugen. Auf diese
Weise wird die östlich von uns liegende Warmluft an diesem Wochenende
auch die Wetterentwicklung über Deutschland beeinflussen. Die warme
und somit leichtere Luft schiebt sich nämlich über die bei uns
liegende kältere Luft, wird dabei angehoben und kühlt sich dadurch
ab. Schließlich setzt Wolkenbildung und großräumiger und erneut
länger andauernder Niederschlag ein.
Dabei muss aus jetziger Sicht heute vor allem in
Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Brandenburgs mit größeren
Regenmengen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden
gerechnet werden. Im Laufe des Sonntages breiten sich die
Niederschläge dann in die Mitte Deutschlands aus. Auch hier sind bis
Montagfrüh vielfach Mengen zwischen 20 und 40 Liter pro Quadratmeter
zu erwarten. Aufgrund der nördlichen Strömung auf der Westflanke des
Tiefs sind in den Nordstaulagen der Mittelgebirge auch über 50 Liter
pro Quadratmeter möglich. Allerdings hängen die tatsächlichen Summen
von der genauen Lage des Tiefdruckgebietes ab, so dass sich die
Niederschlagsschwerpunkte noch etwas verschieben können.
Erst im Laufe des Montags wird sich das Tief abschwächen, so dass
dann auch der Regen allmählich nachlässt. Erneute Niederschläge
werden aber wohl nicht lange auf sich warten lassen, denn die von
Tiefdruckgebieten dominierte Wetterlage bleibt uns erhalten.
Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.05.2013
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