Aktuelle Wetter- und Warnlage
Gebietsweise leichter Regen oder Schneeregen, in höheren Lagen
und teils im Nordosten Schnee. Nur im Südwesten Wolkenlücken.
Im Südosten vor allem im Bergland gebietsweise etwas SCHNEEFALL,
im Norden und Nordwesten etwas Regen oder Sprühregen. Im Harz
und im Erzgebirge in Hochlagen STURMBÖEN und Gefahr von
SCHNEEVERWEHUNGEN.
Letzte Aktualisierung: 13.03.2010, 04:50 Uhr
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Winter lässt noch nicht locker - nächste Woche zarte Frühlingshoffnungen
Für die Zunft der Meteorologen ist ja schon seit dem 1. März
offiziell Frühling. Nur das Wetter scheint sich in diesem Jahr
nicht an diesen Fahrplan halten zu wollen. Das bekam am
Donnerstag und in der Nacht zum Freitag vor allem der Süden
Deutschlands zu spüren. Am Donnerstag schickte das Tief ANDREA
über dem nördlichen Mittelmeer seine Schneewolken über die
Alpen nach Norden. In weiten Teilen von Baden-Württemberg und
Bayern schneite es zum Teil länger anhaltend. Dies hatte wieder
mal vielerorts winterliche Straßenverhältnisse zur Folge und
die Schneeschieber durften nochmals zu Arbeitseinsätzen
ausrücken. Dabei gab es von Donnerstag auf Freitag verbreitet
zwischen 5 und 10 cm Neuschnee. Die Wetterstation Münsingen-
Apfelstetten auf der Alb meldete sogar 11 cm Neuschnee. Am
Flughafen in Stuttgart lag der Schnee am Freitagmorgen 11 cm,
am Münchner Flughafen 12 cm hoch.
Dass der Winter auch in Sachen Nachtfrost noch nicht locker
lässt, zeigte sich in der Nacht zum Freitag in einem Streifen
vom Schwarzwald bis zum Bayerischen Wald. Dort waren alle
Zutaten für eine strenge winterliche Frostnacht vorhanden. Wie
schon berichtet, lag eine geschlossene frische Schneedecke, der
Himmel klarte in der Nacht verbreitet auf und in der trockenen
Kaltluft wurden verbreitet zweistellige Minusgrade erreicht.
Die kälteste offiziell gemessene Temperatur wurde mit -18 Grad
an der Wetterstation in Merklingen auf der Schwäbischen Alb
registriert. Noch sibirischer war es in 5 cm Höhe, dort wurden
direkt über der Schneedecke sogar -22 Grad gemessen. Auch in
der Stuttgarter Innenstadt wurde in dieser Höhe -16 Grad
gemessen. Ohne Winterstiefel waren daher hüpfende Bewegungen
einiger Zeitgenossen an Bushaltestellen durchaus verständlich.
Bevor ich zu dem Thema Frühling komme, müssen wir noch
gemeinsam das Wochenende überstehen. Da viele Leserinnen und
Leser an dieser Stelle am liebsten nichts mehr von Neuschnee
und Frost berichtet bekommen möchten, fasse ich mich bezüglich
des bevorstehenden Wochenendes auch kurz. Man kann es mit dem
einem Wort "nasskalt" beschreiben. Aus Nordwesten strömt
feuchte und recht kalte polare Meeresluft nach Deutschland. Die
Folge sind viele Wolken, in den Niederungen im Norden und im
Westen mehr Regen, nach Osten und Süden hin und im Bergland
mehr Schnee. Die Höchsttemperaturen bleiben im Bergland
oberhalb von 600 bis 800 Meter im Frostbereich und in den
Niederungen im einstelligen Plusbereich.
Dann kommen wir endlich zur nächsten Woche und zu den zarten
Frühlingshoffnungen. Nun, den Montag überspringen wir mal, da
tut sich noch nichts in Sachen Frühling. Am Dienstag streckt er
dann von Frankreich seine Fühler in den Südwesten Deutschlands
aus. Hier bleibt es dann schon meist trocken, die Sonne zeigt
sich im Tagesverlauf vermehrt zwischen den Wolken und die
Temperatur kratzt im Breisgau schon mal an der Zehngradmarke.
Am Mittwoch sollen dann vom Niederrhein bis zum Bodensee
immerhin Höchsttemperaturen von +10 bis +12 Grad erreicht
werden, dazu soll es im Süden und Südwesten trocken bleiben und
die Sonne scheint zeitweise von einem weiß-blauen Himmel.
Schaut man noch etwas weiter an den Tellerrand der aktuellen
Vorhersagemodelle, könnte der Frühling in der zweiten
Wochenhälfte vor allem in Süddeutschland noch etwas an Fahrt
zulegen und sogar die 15 Grad-Marke anpeilen. Nach dem
Neuschnee am Anfang der Woche sieht es in den Alpen endlich mal
nach schönem "Skihaserl-Wetter" aus.
Dipl.-Met. Andreas Friedrich
Deutscher Wetterdienst
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