Um markante Hitzeperioden klimatologisch richtig bewerten zu können, ist es sinnvoll, solche Ereignisse in möglichst langen Zeitreihen statistisch einzuordnen. Hierfür werden klimatologische Kennwerte verwendet, mit denen die Intensität und Häufigkeit von Hitzewellen beschrieben werden können. Für fünf deutsche Städte wurde die Häufigkeit einer mindestens einmal jährlichen 14-tägigen Hitzeperiode mit einem mittleren Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 °C für den Zeitraum 1950-2015 untersucht. Die mittleren Temperaturmaxima dieser Perioden sind ein Maß für die Intensität der jeweiligen Hitzewellen.
Markante Hitzewellen seit 1950 in ausgewählten Städten Deutschlands

Oben stehende Abbildung lässt für alle untersuchten Städte eine Zunahme der Häufigkeiten der genannten Hitzeperioden seit den 1980er Jahren erkennen; so traten in Hamburg als Beispiel für eine norddeutsche Großstadt solche Extremereignisse vor 1994 noch gar nicht auf. Des Weiteren gibt es einen Nord-Süd-Gradient in der Häufigkeit und in der Intensität der hier untersuchten Hitzeperioden. Während in den nördlicher liegenden Städten die höchsten mittleren Tagesmaxima der Hitzeperioden unter 33°C liegen (Hamburg: 31,8°C, Dresden: 32,7°C), wird dieser Wert in den südlichen Großstädten mehrfach überschritten (Mannheim: 1952, 1976, 2003, 2006, 2015, München: 1983, 2003, 2006, 2013, 2015, Frankfurt: 1976, 2003, 2006, 2015). Bei der Hitzewelle 2003 fielen die mittleren Tagesmaxima in Dresden und Hamburg mit knapp über 30°C vergleichsweise gering aus, da dieses Ereignis insbesondere Westeuropa und den westlichen und südlichen Teil Deutschlands traf, wie auch andere Auswertungen zeigten.
Zuletzt ist eine solche markante Hitzewelle im Sommer 2015 aufgetreten, dem drittwärmsten Sommer in Deutschland, als im fränkischen Kitzingen mit 40,3°C ein neuer Hitzerekord für Deutschland gemessen worden war. Es bleibt spannend, was uns im Sommer 2017 erwartet.
Auswirkungen von Hitzewellen
Hohe Temperaturen belasten die menschliche Gesundheit stark und können die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Besonders betroffen sind hiervon ältere Menschen oder Personen, die an bestimmten chronischen Krankheiten leiden sowie Kleinkinder. Eine Verschlimmerung verschiedener Krankheiten, Hitzekrämpfe sowie Sonnenstich und Hitzschlag können die Folge sein. Ernstzunehmende Warnzeichen des Körpers sind: Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe in Armen und Beinen, Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Puls, ein Gefühl der Erschöpfung oder von Unruhe, Verwirrtheit und ein trockener Mund. Zudem war in der Vergangenheit an Tagen mit starker oder extremer Wärmebelastung die Sterblichkeit im Mittel um etwa 10 bis 15% erhöht.
Vorbereitung auf und Verhalten bei Hitzewellen
Um gut durch die Hitzewelle zu kommen ist es wichtig, die Hitze zu meiden und möglichst während der Mittags- und frühen Nachmittagsstunden einen kühlen Ort aufzusuchen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, solange es draußen wärmer ist als innen und ausreichend zu trinken.
Weitere Tipps zum Verhalten bei Hitze finden Sie im Ratgeber: Klimawandel und Gesundheit, den der DWD gemeinsam mit dem Umweltbundesamt herausgegeben hat:
Der Deutsche Wetterdienst stellt zur Information über und zur Warnung vor hitzebedingten Risiken eine Reihe von Leistungen zur Verfügung:
Hitzewarnung (online und als Hitzewarn-Newsletter)
