Informationen - Was ist der UV-Index

Die Weltorganisationen für Gesundheit (WHO) und für Meteorologie (WMO), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) sowie die Internationale Kommission zum Schutz vor Nicht-Ionisierender Strahlung (ICNIRP) haben den weltweit einheitlich verstandenen UV-Index eingeführt. Der UV-Index ist ein Maß für die Intensität der sonnenbrandwirksamen ultravioletten (UV-) Strahlung und wird von der WHO als das wichtige Vehikel gesehen, auf die Risiken eines übermäßigen UV-Genusses aufmerksam zu machen.

Seine physikalische Definition finden Sie

Was sind die Gründe für den UV-Index? Nicht nur in den besonders sonnereichen Ländern, auch in Deutschland nimmt in der weißhäutigen Bevölkerung die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs seit Jahrzehnten gravierend zu. Sie verdoppelt sich in Deutschland etwa alle 10 Jahre und erreicht gegenwärtig ca. 120.000 neue Fälle pro Jahr verglichen zu ca. 330.000 Neuerkrankungen an Krebs insgesamt (Bundesamt für Strahlenschutz 2003). Wesentlicher Grund ist die gesellschaftliche Sicht, die intensive Hautbräunung, eigentlich ein Zeichen der Überexposition gegenüber der UV-Strahlung, als Zeichen von Sportlichkeit, Schönheit und guter Gesundheit idealisiert. Die Zahl der Urlaubstage hat zugenommen und die Möglichkeit, diese schönsten Tage des Jahres in sonnenreichen Landstrichen zu verbringen.
Zusätzlich birgt die menschengemachte Verdünnung des stratosphärischen Ozons (Extremfall das Antarktische Ozonloch) in den mittleren und höheren Breiten seit Ende der 60‘er Jahre des 20. Jahrhunderts die Gefahr, dass der UV-Anteil der Sonnenstrahlung zunimmt. Dadurch können Sonnenbrand und Hautveränderungen schneller entstehen.
Der UV-Index gilt gleichermaßen für alle Hauttypen. Er wird vom DWD in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strahlenschutz für verschiedene Regionen Deutschlands, Europas und der Welt vorhergesagt. Er wird auf einer nach oben offenen Skala dargestellt und nimmt erfahrungsgemäß in Deutschland Werte zwischen 0 und 8, in Extremfällen 9, in den höheren Lagen der Alpen auch von 9 bis 10 an. In den Tropen und Subtropen können Werte von 14 bis 16, in besonders hohen Lagen, z. B. den Anden, auch deutlich über 17 erreicht werden. Je höher der Wert, desto eher wird Ihre Haut beim ungeschützten Aufenthalt in der Sonne geschädigt. Ist der Wert niedrig, können Sie die Sonne länger genießen. Mit unseren täglichen Vorhersagen des UV-Indexes können Sie sich rechtzeitig auf die Situation einstellen.
Der an die Öffentlichkeit abgegebene UV-Index bezieht sich immer auf den erwarteten Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung, wenn die UV-Strahlen am gefährlichsten sind. Er ist mit sehr einfachen Schutzempfehlungen verbunden, nach denen sich jedermann vorbeugend richten kann. Somit dient der UV-Index als Schutzservice.
Wie hilft der UV-Index? Kennt man den aktuell vorhergesagten UV-Index, kann man sich schon zu Hause auf den richtigen UV-Schutz vorbereiten und sich in der Sonne richtig verhalten. Der UV-Index hilft damit, Sonne und Aktivitäten im Freien gesund zu genießen, länger ein jugendliches Aussehen zu bewahren (vorzeitige Hautalterung zu vermeiden) und Leben zu retten (Hautkrebs als Spätfolge zu minimieren).

UV-Gefahrenindex

Der UV-Gefahrenindex teilt den Wertebereich des UV-Index in fünf Bereiche zur gesundheitlichen Gefährdung ein. Er erleichtert damit die Beurteilung der gesundheitlichen Risiken beim Aufenthalt in der Sonne.

Den Bereichen mit (keiner), geringer, mittlerer, hoher und sehr hoher Gefährdung sind in Anlehnung an die Empfehlungen der Weltgesundheits-Organisation WHO geeignete Schutzmaßnahmen zugeordnet.

UV-Index

Gefährdung (UV-Gefahrenindex

Schutzmaßnahmen

0-2keine bis geringnicht erforderlich
3-5mittelerforderlich
6-7hocherforderlich
8-10sehr hochunbedingt erforderlich
ab 11extremsind ein Muss

Verhaltensregeln in der Sonne

Bitte beherzigen Sie als einfache Verhaltensregeln:

  • Sonnenbrand stets vermeiden.
  • Die Haut langsam an höhere UV-Intensitäten gewöhnen (Jahresverlauf, Urlaub).
  • Mittags den Schatten suchen.
  • Höchstens 50 intensivere Sonnenbestrahlungen im Jahr, Solarienbesuche eingeschlossen.

Der beste Sonnenschutz wird durch entsprechende Kleidung und durch gute Sonnenbrillen erreicht. Sonnenschutzmittel sollten einen ausreichenden Schutzfaktor haben und im UV-B- und UV-A-Bereich wirksam sein. Der Schutzfaktor sollte wenigstens dem doppelten Wert des UV-Index entsprechen, für besonders empfindliche Personen und Kinder wird ein Sonnenschutzmittel mit einem Schutzfaktor von mindestens 15 empfohlen. Kleinkinder bis zu einem Jahr sollten überhaupt nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Sonne und Urlaub

In den klassischen, südlichen Urlaubsgebieten werden im Sommer regelmäßig hohe Index-Werte erreicht.

Hier ein Auszug mittlerer jährlicher Maximalwerte des UV-Index für den nicht bewölkten Himmel, an Einzeltagen sind höhere Werte möglich:

  • Deutschland, Nord- und Ostsee -- 7 (Juli)
  • Deutschland, Süden -- 8, Alpen -- 9-10 (Juli)
  • Cote d´ Azur, Riviera, Adria -- 9 (Juli)
  • Portugal, Spanien, Mallorca, Sizilien -- 10 (Juli)
  • Griechenland, Südwestliche Türkei -- 10 (Juli)
  • Kanarische Inseln, Nordafrika -- 11-12 (Juli)
  • Äquatorialafrika, 14, Hochlagen -- 16 (Februar/März)
  • Südafrika – 15-16 (November - Februar)
  • USA nördlich etwa 40° N und südlichstes Kanada –- 9 (Juni/Juli)
  • USA südlich etwa 40° N -- 10-11 (Juni/Juli)
  • Hawaii -- 12 (Juni – August)
  • Karibik, -- 11-13, Mexiko-City -- 14-15 (April/Mai)
  • Südamerika (Alti plano) – 17+ (Dezember - Februar)
  • Brasilien -- 14 (Dezember - Februar)
  • Indien (Nord), China (Süd) -- 12 (Mai - August)
  • Indien (Süd), Thailand, Vietnam -14- .(März - Mai)
  • Indonesien – 14-15 (Januar - April)
  • Australien (Nord) und Ozeanien -- 15 (Januar – März)
  • Australien (Süd) und Neuseeland – 13 (Dezember/Januar)

Die Intensität des UV-Index nimmt mit der Höhe um etwa 8 -10 % pro 1000 m zu, bei hoher Lufttrübung auch stärker. In den Hochlagen der Alpen ist daher bei bedecktem Himmel mit erhöhter UV-Strahlung zu rechnen. Schnee reflektiert besonders gut, der UV-Index kann um 16 bis über 40 % zunehmen, Augen schützen (Schneeblindheit).

Im Urlaub ganz besonders wichtig: Die Haut sollte langsam an die erhöhte UV-Strahlung gewöhnt werden. Deshalb in den ersten Urlaubstagen den Schatten suchen, auch dort bräunt die Sonne noch. In den Mittagsstunden der Tropen und Subtropen (11 – 15 Uhr) sich grundsätzlich nie in der Sonne aufhalten. Bedenken Sie, ein intensiverer Sonnenbrand verdirbt Ihnen den ganzen Resturlaub.

Aktuelle weltweite Vorhersagen können Sie hier auf unseren Seiten abrufen.
Die Strahlenschutzkommission empfiehlt bei hohem UV-Index:

Der beste Sonnenschutz wird durch entsprechende Kleidung und durch gute Sonnenbrillen erreicht. Sonnenschutzmittel sollten einen ausreichenden Schutzfaktor haben und im UV-A und UV-B wirksam sein. Der Sonnenschutzfaktor sollte wenigstens dem doppelten Wert des UV-Index entsprechen. Für besonders empfindliche Personen und Kinder wird ein Schutzfaktor von mindestens 15 empfohlen. Kleinkinder bis zu einem Jahr sollten überhaupt nicht starker Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.

UV-I und Kinder

Prinzipiell lässt sich auch die kindliche Haut den Hauttypen zuordnen. Im Vergleich zu Erwachsenen ist sie jedoch empfindlicher gegenüber UV-Strahlen und reagiert entsprechend stärker.

  • Die Haut ist wesentlich dünner als die der Erwachsenen. Die Fähigkeit, eine schützende Lichtschwiele vor Sonnenstrahlen zu bilden, muss sich im Laufe der Jahre erst noch entwickeln.
  • Es fehlt die Eigenschaft, schnell und ausreichend Pigmente (Melanin) zu produzieren, die als natürlicher Eigenschutz gelten.
  • Hinzu kommt, dass Kinderhaut UV-Schäden ungenügend "reparieren" kann.

Genetische Faktoren, wie eine erhöhte Zahl (40 - 50) von Naevi, (Mutter-) Malen, Leberflecken, sind ein Risikofaktor für die Ausbildung von Melanomen. Ferner zeigen Studien, dass das Risiko ein Melanom zu entwickeln um das 2 – 3fache steigt, wenn in der Kindheit Sonnenbrände aufgetreten sind. Die Haut vergisst keinen einzigen Sonnenbrand.

Auch Kinderhaut besitzt wie die der Erwachsenen einen Schutzschirm. Der Körper produziert natürliche, endogene Schutzsubstanzen, die wie natürliche Lichtschutzfilter wirken. Besonders wirkungsvoll ist die hauteigene Urocaninsäure, weil sie das einfallende UV-Licht absorbieren kann. Sie hat allerdings einen Nachteil, sie ist wasserlöslich. Die hauteigenen UV-Filter waschen sich während des Badens schon innerhalb von 20 Minuten aus. Vor allem beim Spielen am und im Wasser sind daher Kinder sonnenbrandgefährdet - zumal sie besonders gern und lange im Wasser spielen. Auch ist die Barrierefunktion der Hornschicht noch schwach ausgebildet.

Sie hat beispielsweise wenig Schutzlipide zwischen den Zellen, gleichzeitig ist die Talgdrüsenproduktion sehr gering ausgeprägt. Die Folge: Der schützende Hydro-Lipidfilm auf der Hautoberfläche ist im Vergleich zu Erwachsenen weniger gut ausgebildet. Wegen dieser erhöhten Empfindlichkeit bedarf die kindliche Haut einer besonderen Berücksichtigung im UV-Schutz. Sonnenbrand muss stets vermieden werden. Ein intensiver am besten textiler Schutz ist unerlässlich; die Eltern gehen mit gutem Beispiel voran. Benutzen Sie bei Verwendung von Lichtschutzmitteln:

  • Extra wasserfeste Sonnenmittel, die das Verhalten der Kinder in der Sonne berücksichtigen und somit sicheren Sonnenschutz auch beim Baden gewährleisten.
  • Sonnenmittel mit UV-A + UV-B-Filtersystemen für sicheren Sonnenbrandschutz, UV-A-Schutz nach australischem Standard (Er fordert, dass mindestens 90% der UV-A-Strahlen geblockt werden müssen).
  • Besonders hautverträgliche Mittel ohne Parfüm, ohne Konservierungsstoffe und ohne Farbstoffe.

Kleinkinder bis zu einem Jahr sollten überhaupt nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Hintergrundinfos

Für alle, die sich detailliert über die UV - Index- Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes informieren wollen, bieten wir in dieser Rubrik wissenschaftliche Ausarbeitungen zum Thema. Sollten Sie hierzu noch Fragen haben, können Sie sich direkt an das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg wenden.

Deutscher Wetterdienst, Medizin-Meteorologie
Stefan-Meier-Str. 4, 79104 Freiburg
T. 069 8062-9630, Fax 069 8062-9622
E-Mail: mm.freiburg@dwd.de

Bitte wählen Sie aus:

  • UV-Strahlung in der Atmosphäre und UV-Wirkung auf den Organismus

Achtung: Sollten Sie die Texte (auch nur auszugsweise) für Berichte und Veröffentlichungen verwenden, bitten wir Sie den Deutschen Wetterdienst als Quelle zu nennen. Das Copyright liegt beim DWD.

Faltblatt Solare UV - Strahlung

Das Faltblatt "Solare UV - Strahlung. Informationen und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes." können Sie hier herunterladen.