Analysen radarbasierter stündlicher (RW) und täglicher (SF) Niederschlagshöhen
RADOLAN (Radar-Online-Aneichung): Analysen der Niederschlagshöhen aus radar- und stationsbasierten Messungen im Echtzeitbetrieb
Das Routineverfahren RADOLAN (Radar-Online-Aneichung) liefert aus der Kombination der punktuell an den Niederschlagsstationen gemessenen stündlichen Werten mit der Niederschlagserfassung der 17 Wetterradare flächendeckende, räumlich und zeitlich hoch aufgelöste quantitative Niederschlagsdaten im Echtzeitbetrieb für Deutschland. Dieses Verfahren wurde in Kooperation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit den Wasserwirtschaftsverwaltungen der Bundesländer (LAWA) entwickelt und befindet sich seit Juni 2005 im operationellen Routinebetrieb.
Mit Radar kann der bodennahe Niederschlag nicht direkt gemessen werden, sondern nur die von den Hydrometeoren in der Atmosphäre reflektierten Signale. Zur quantitativ korrekten radargestützten Niederschlagsanalyse ist daher eine Aneichung mithilfe von Niederschlagsmessern (Ombrometern) am Erdboden notwendig. Neben den eigenen Stationen werden hierfür auch von anderen Messnetzbetreibern die Niederschlagsdaten verwendet (s. Liste der Messnetzbetreiber der Aneichstationen).
Angeeichte Radarniederschlagsdaten stellen eine Synthese aus den beiden Datenquellen Radar- und Bodenmessnetz dar und kombinieren die Vorteile beider Messtechniken.
Der Nutzer kann auf unterschiedliche RADOLAN-Produkte zurückgreifen (s. Kurzbeschreibung und Produktübersicht). Das bestmögliche Produkt ist ein Deutschlandkomposit mit stündlichen Niederschlagshöhen in einer Intensitätsauflösung von 0,1 mm und einer räumlichen Auflösung von 1 km², welches im Echtzeitbetrieb innerhalb von 30 Minuten verfügbar ist. Seit dem 25. April 2018 werden diese stündlichen Niederschlagshöhen alle zehn Minuten berechnet.
RADOLAN-Produkte werden als Eingangsdaten für Anschlussverfahren genutzt. Dazu gehören z. B. das quantitative RADAR-Nowcasting (s. RADVOR) und das numerische DWD-Wettervorhersagemodell COSMO-DE zur zeitnahen Niederschlagsvorhersage sowie das radargestützte DWD-Unwetterwarnsystem KONRAD (KONvektionsentwicklung in RADarprodukten).
Zur vollständigen Erfassung der hydrologischen Einzugsgebiete Deutschlands (Donau, Elbe, Ems, Oder, Rhein und Weser) wird die räumliche Ausdehnung des RADOLAN-Analysegebietes durch Einbindung aktueller Niederschlagsmessdaten (Ombrometer und Radar) der benachbarten Wetterdienste betrieben. So werden von allen benachbarten Staaten, die ein Wetterradarmessnetz betreiben, deren Radardaten in die mitteleuropäischen RADOLAN-Kompositprodukte eingebunden. Dies sind Dänemark, Polen, die Tschechische Republik, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien und die Niederlande.
In der Weiterentwicklung von RADOLAN wird neben der Nutzung zusätzlicher Ombrometerstationen der benachbarten Staaten und der Bundesländer zur Verbesserung der Qualität der Radaraneichung nach wie vor den radarseitigen Defiziten (Clutterfilterung, Bright-Band, Niederschlagsdämpfung) besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dies ist auch für die klimatologische Auswertung von Radarniederschlagsdaten ab 2001 im Rahmen der radar- und stationsbasierten Niederschlagsklimatologie von großer Bedeutung.
Bei der Nutzung der meteorologischen Leistungen im frei zugänglichen Bereich der DWD-Webseite beachten Sie bitte die Copyright-Bestimmungen des DWD.
Im Rahmen des Katastrophenschutzes arbeitende Behörden können mittels eines Anmeldeformulares einen Zugang zur geschlossenen Benutzergruppe "Wasserwirtschaft" (GBG WaWIS) beantragen.


